Drohnen-Kategorien A1, A2, A3 einfach erklärt
Die EU-Drohnenverordnung teilt Flüge in drei Kategorien ein: offen, speziell und zulassungspflichtig. Hobby-FPV spielt sich fast immer in der offenen Kategorie ab. Die ist wiederum in drei Unterkategorien aufgeteilt – A1, A2 und A3 –, die vor allem regeln, wie nah du Menschen kommen darfst.
Stand: Oktober 2026. Kein Rechtsrat – verbindlich sind die Verordnung und die Angaben des Luftfahrt-Bundesamts.
Was in der ganzen offenen Kategorie gilt
- Höchstens 120 Meter über Grund.
- Flug in Sichtweite – mit FPV-Brille nur mit einem Beobachter direkt neben dir.
- Keine Menschenansammlungen überfliegen, keine gefährlichen Güter, nichts abwerfen.
- Höchstens 25 kg Startgewicht.
Die drei Unterkategorien
| A1 | A2 | A3 | |
|---|---|---|---|
| Idee | über Menschen (kurz, gelegentlich) | nahe an Menschen | fern von Menschen |
| Typische Drohnen | C0, C1, Selbstbau unter 250 g | C2 | C2, C3, C4, Selbstbau unter 25 kg |
| Abstand zu Unbeteiligten | keine Menschenansammlungen; mit C1 Überflug vermeiden | 30 m (5 m im Langsamflug) | keine Unbeteiligten gefährden |
| Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten | – | – | 150 m |
| Nachweis | ab 250 g: Kompetenznachweis A1/A3 | zusätzlich Fernpilotenzeugnis A2 | ab 250 g: Kompetenznachweis A1/A3 |
Was das für deinen FPV-Copter bedeutet
Ein typischer FPV-Quad hat kein Klassenkennzeichen, weil er selbst gebaut oder aus Teilen zusammengestellt ist. Für solche Drohnen gilt seit dem 1. Januar 2024:
- Unter 250 g Startgewicht (inklusive Akku): Unterkategorie A1. Typisch für Tiny Whoops und leichte 3-Zoll-Quads.
- Ab 250 g bis 25 kg: nur Unterkategorie A3 – also fern von Menschen und mit 150 m Abstand zu bebauten und Erholungsgebieten. Das betrifft die meisten 5-Zoll-Freestyle- und Racing-Quads.
- Die EASA weist zusätzlich darauf hin, dass Drohnen schneller als 19 m/s auf A3 beschränkt sind.
Weil das Startgewicht zählt, lohnt es sich, den flugfertigen Copter mit Akku und Action-Cam zu wiegen.
Registrierung, Kompetenznachweis, Versicherung
- Registrierung als Betreiber beim Luftfahrt-Bundesamt: Pflicht ab 250 g oder sobald die Drohne eine Kamera hat – bei FPV also immer. Die Betreibernummer gehört sichtbar an die Drohne.
- Kompetenznachweis A1/A3: ab 250 g Pflicht, darunter empfehlenswert. Er besteht aus einer Online-Schulung und einem Online-Test beim LBA und gilt fünf Jahre. Ablauf und Kosten: Drohnenführerschein A1/A3 und A2.
- Haftpflichtversicherung: in Deutschland für alle Drohnen vorgeschrieben. Viele private Haftpflichtversicherungen schließen Drohnen aus – prüf die Bedingungen.
Und die spezielle Kategorie?
Wer allein mit Brille, über Menschen oder außerhalb der Sichtweite fliegen will, verlässt die offene Kategorie. Dafür braucht es eine Betriebsgenehmigung oder ein Standardszenario in der speziellen Kategorie – für Hobbyflüge meist zu aufwendig. Eine Ausnahme sind Modellflugverbände mit eigener Genehmigung nach Artikel 16 der Verordnung: Als Mitglied fliegst du nach deren Regeln.
Praktisch: Spots für A3 finden
Die 150-Meter-Regel ist der Grund, warum gute A3-Spots selten direkt am Stadtrand liegen. Der FPV Spot Finder sperrt Punkte, die näher als 150 m an Wohn- oder Erholungsgebieten liegen, und zeigt bei jedem Spot, wie weit das nächste Wohngebiet entfernt ist. Mehr zur Ortswahl im Ratgeber Wo darf ich FPV fliegen?.