Wo darf ich FPV fliegen?

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Kurz gesagt: FPV ist in Deutschland erlaubt – aber nicht überall und nicht allein. Wer mit Brille fliegt, braucht einen Beobachter neben sich, bleibt unter 120 Metern und hält Abstand zu Menschen, Wohngebieten, Straßen, Bahnlinien und Naturschutzgebieten. Dieser Ratgeber fasst die Regeln zusammen, die für einen typischen FPV-Hobbyflug in der offenen Kategorie gelten.

Kein Rechtsrat. Stand: Oktober 2026. Prüfe vor jedem Flug die aktuellen Regeln und die Geozonen an deinem Spot – am einfachsten auf dipul.de.

Die Grundregeln für FPV in der offenen Kategorie

Fast alle Hobby-FPV-Flüge fallen unter die offene Kategorie der EU-Drohnenverordnung (EU) 2019/947. Für sie gilt:

Selbstgebaute FPV-Copter: meist Unterkategorie A3

Die meisten FPV-Copter haben kein Klassenkennzeichen (C0–C4), weil sie selbst gebaut oder als Bausatz gekauft sind. Für solche Drohnen gilt seit 2024: unter 250 Gramm Startgewicht die Unterkategorie A1, darüber bis 25 kg nur A3. Die EASA weist außerdem darauf hin, dass Drohnen, die schneller als 19 m/s fliegen, auf A3 beschränkt sind – das trifft auf die meisten 5-Zoll-Quads zu.

A3 heißt praktisch: fern von Menschen, und mindestens 150 Meter Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten.

Wo du nicht (oder nur mit Zustimmung) fliegen darfst

Zusätzlich zur EU-Verordnung legt § 21h der Luftverkehrs-Ordnung geografische Gebiete fest, in denen Drohnenflüge nur unter Bedingungen erlaubt sind. Für FPV-Hobbyflüge sind vor allem diese wichtig:

Gebiet Was gilt (vereinfacht)
Naturschutzgebiete, Nationalparks, Natura-2000-Gebiete Für Sport- und Freizeitflüge praktisch ausgeschlossen – nur mit Zustimmung der Naturschutzbehörde oder abweichender Landesregel
Wohngrundstücke Überflug nur mit Zustimmung des Eigentümers (oder unter 250 g ohne Kamera – für FPV also nie)
Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen, Bahnanlagen 100 m seitlicher Abstand – es sei denn, die Flughöhe bleibt stets unter dem seitlichen Abstand und dieser beträgt mehr als 10 m
Flugplätze 1,5 km Abstand, sonst Zustimmung nötig
Flughäfen 1 km Abstand und 5 km entlang der verlängerten Pisten – in der offenen Kategorie tabu
Industrieanlagen, Krankenhäuser, Behörden, Einsatzorte 100 m Abstand, sonst Zustimmung nötig
Freibäder und Badestrände nur außerhalb der Bade- und Betriebszeiten
Kontrollzonen von Flughäfen nur mit Freigabe der Flugsicherung

Wo diese Gebiete genau liegen, zeigt die dipul-Karte – wie du sie liest, steht im Ratgeber Geozonen und dipul-Karte.

Gute Orte für FPV: wonach du suchst

Aus den Regeln ergibt sich ein recht klares Bild eines guten FPV-Spots:

  1. Offenes Gelände weit weg von Häusern und Wohngebieten – Wiesen, Felder außerhalb der Wachstumszeit, Brachflächen.
  2. Keine Schutzgebiete, kein Flugplatz in der Nähe.
  3. Abstand zu Straßen und Bahnlinien.
  4. Wenig Menschen – nicht nur wegen der Regeln, sondern weil Zuschauer ablenken und ein Absturz in der Nähe von Spaziergängern gefährlich ist.
  5. Eine Erlaubnis des Grundstückseigentümers, wenn du auf Privatgrund startest oder landest.

Genau nach diesen Kriterien sucht der FPV Spot Finder: Er bewertet jeden Punkt in deinem Umkreis nach Abständen zu Gebäuden, Wohngebieten, Straßen, Wegen, Freileitungen und Schutzgebieten und sperrt Punkte, die eine der harten Regeln verletzen. Die Geozonen-Prüfung auf dipul ersetzt er nicht – er findet dir die Kandidaten, die sich zu prüfen lohnen.

Modellflugvereine: die Alternative mit eigenen Regeln

Mitglieder großer Modellflugverbände fliegen unter deren eigener Betriebsgenehmigung (nach Artikel 16 der EU-Verordnung) – oft auf vereinseigenen Geländen und mit Regeln, die FPV ausdrücklich vorsehen. Wenn du regelmäßig fliegst, lohnt sich die Frage beim örtlichen Verein.

Häufige Fragen

Darf ich ganz allein FPV fliegen? In der offenen Kategorie nicht – du brauchst einen Beobachter neben dir, der die Drohne mit bloßem Auge sieht.

Wie hoch darf ich fliegen? Höchstens 120 Meter über Grund.

Darf ich im Wald fliegen? Der Wald an sich ist kein Verbotsgebiet. Viele Wälder liegen aber in Schutzgebieten, und unter Bäumen verlierst du schnell Sicht und Signal. Prüfe die Lage auf dipul.

Brauche ich eine Versicherung? Ja, eine Haftpflichtversicherung, die Drohnen abdeckt, ist in Deutschland Pflicht – mehr im Ratgeber Drohnenversicherung für FPV.

Quellen

Weitere Ratgeber