Drohnenversicherung für FPV
In Deutschland braucht jede Drohne eine Haftpflichtversicherung – egal wie leicht, egal ob mit oder ohne Kamera. Das gilt für den 5-Zoll-Freestyle-Quad genauso wie für den Tiny Whoop im Garten.
Stand: Oktober 2026. Kein Rechtsrat und keine Versicherungsberatung – lies immer die Bedingungen deines Vertrags.
Warum die Versicherung Pflicht ist
Das Luftverkehrsgesetz behandelt auch Flugmodelle als Luftfahrzeuge. Für sie gilt:
- Gefährdungshaftung (§ 33 LuftVG): Verursacht deine Drohne beim Betrieb einen Unfall, haftest du als Halter für den Schaden – auch ohne eigenes Verschulden. Eine Windböe, ein Signalverlust, ein Akkuausfall: Du zahlst trotzdem.
- Versicherungspflicht (§ 43 LuftVG): Der Halter muss für diese Haftung eine Haftpflichtversicherung haben.
- Mindestsumme (§ 102 LuftVZO): richtet sich nach dem Haftungshöchstbetrag des § 37 LuftVG – für leichte Luftfahrzeuge 750.000 Rechnungseinheiten (Sonderziehungsrechte des IWF), umgerechnet knapp eine Million Euro.
Wer ohne Versicherung fliegt, verstößt gegen diese Pflicht – und haftet im Schadensfall mit dem eigenen Vermögen.
Reicht meine private Haftpflicht?
Oft nicht. Viele private Haftpflichtversicherungen schließen Luftfahrzeuge aus oder decken Drohnen nur bis zu einer bestimmten Masse oder nur ohne Kamera. Prüf in deinen Bedingungen:
- Sind Drohnen bzw. Flugmodelle ausdrücklich eingeschlossen?
- Bis zu welchem Gewicht? FPV-Copter wiegen mit Akku schnell über 500 g.
- Gilt der Schutz für Drohnen mit Kamera?
- Ist die Deckungssumme mindestens so hoch wie die gesetzliche Mindestsumme?
- Gilt der Schutz in der offenen Kategorie ohne Einschränkungen – z. B. auch mit FPV-Brille und Beobachter?
- Bist du als Halter versichert, also auch, wenn ein Freund deinen Copter fliegt?
Steht dazu nichts Eindeutiges im Vertrag, frag schriftlich nach.
Die Alternativen
- Spezielle Drohnen-Haftpflicht: einzeln abschließbar, oft für mehrere Drohnen zugleich, mit Bestätigung, die du bei einer Kontrolle zeigen kannst.
- Mitgliedschaft in einem Modellflugverband: Die großen Verbände bieten ihren Mitgliedern eine Haftpflicht, die Modellflug und FPV abdeckt, und fliegen teils unter eigener Betriebsgenehmigung.
Achte bei jedem Angebot auf die Punkte oben – vor allem auf die Gewichtsgrenze und den Einschluss von FPV.
Was die Versicherung nicht abdeckt
- Schäden an deiner eigenen Drohne – dafür gibt es eigene Kasko-Versicherungen, für günstige FPV-Copter lohnen sie sich selten.
- Vorsätzlich verursachte Schäden. Und wer bewusst gegen Regeln verstößt, etwa über Menschenmengen fliegt, riskiert Ärger mit dem Versicherer.
- Bußgelder.
Häufige Fragen
Brauche ich für einen Tiny Whoop unter 250 g eine Versicherung? Ja. Die Pflicht hängt nicht vom Gewicht ab.
Muss ich den Nachweis beim Fliegen dabeihaben? Du musst nachweisen können, dass du versichert bist. Am einfachsten hast du die Bestätigung des Versicherers auf dem Handy.
Was muss bei der Registrierung angegeben werden? Bei der Betreiberregistrierung beim Luftfahrt-Bundesamt fragt das LBA die Versicherung ab. Mehr dazu im Ratgeber Drohnenführerschein A1/A3 und A2.
Versichert, registriert, Nachweis in der Tasche? Dann finde mit dem FPV Spot Finder einen ruhigen Ort für den nächsten Flug.